Es ist früh am Sonntagmorgen, als sich am Martin-Luther-Haus einiges in Bewegung setzt. Vera und Frank Menzel haben Rindenmulch, Laubbläser und einen Minibagger im Gepäck, Alfred Spinne einen Dachstuhl im Kleinformat, die Brauerei Rolinck eine große Auswahl heimischer Kaltgetränke und Roland Terwort beachtliche Mengen an Edelstahl, um den erwarteten Gästen die Möglichkeit zu bieten, sich technisch auszuprobieren.
Mitarbeitende von mehr als 50 Betriebe, Behörden und Unternehmen aus Steinfurt und der Region errichten in diesen Stunden ihre Stände, um mit jungen Menschen, die absehbar die Schule verlassen, ins Gespräch zu kommen und ihnen Perspektiven zu eröffnen. „Wir wissen um den Fachkräftebedarf in euren Betrieben und haben alles dafür getan, dass es am heutigen Tag möglichst oft zwischen euch und den Besuchern matcht“, bringen Marion Sicking und Christian Franke als Organisatoren der Berufswahlmesse ihre Hoffnung zum Ausdruck. Was dann geschieht, überrascht alle: sechs Stunden lang strömen die Menschen ins Martin-Luther-Haus, mehr als 1.500 Interessierte insgesamt, unter ihnen 800 Jugendliche, die sich vor Ort über mehr als 240 Ausbildungsberufe informieren können.
„Niemals hätte ich gedacht, dass es hier vor Ort so viele Möglichkeiten gibt, einen Job zu finden, der tatsächlich meinen Neigungen entspricht“, berichtet Sophie, die mit Freundinnen auf der Berufswahlmesse unterwegs ist. Sie brauche noch wenige Tage, um sich endgültig zu entscheiden. „Sicher ist aber, dass ich mich nun in Steinfurter Unternehmen bewerben werde. Schließlich weiß ich jetzt um meine Möglichkeiten vor Ort!“
Diese Steinfurter Berufswahlmesse hat einiges in Bewegung gesetzt, für Marion Sicking und Christian Franke ist klar: das braucht eine Wiederholung und Fortsetzung im kommenden Jahr: „Perspektiven für unsere Jugend zu schaffen, ist ein dauerhafter Auftrag. Den wollen wir annehmen und gestalten mit den Betrieben vor Ort!“
Unterstützt wurde die Berufswahlmesse auch von den Grünen, unter anderem von Max Kauermann, Simone Alfers und Wolfgang Alfers (siehe Foto).