Besuch des Hof Große Kleimann – „Dritter Ort“

Tradition und Zukunft – das ist ein Spannungsbogen, der nur selten in Einklang gebracht werden kann. Jetzt ist es gelungen: der ehemalige Hofladen am Hof Große Kleimann kann auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken. Jetzt steht das Gebäude vor einem gewaltigen Aufbruch in die Zukunft: als so genannter ‚Dritter Ort‘ soll hier ein starker Neustart in die Zukunft gelingen. Jan Große Kleimann freut sich sichtlich über die jungen Menschen, die im ‚Spargelhaus‘ über ihre Zukunft ins Gespräch kommen wollen. Am Sonntag (16. Februar um 18 Uhr) steht hier die Vereinsgründung an, um das historische Gebäude und dessen Umfeld langfristig mit Leben zu füllen.

Neustart, Aufbruch und Stärke – entscheidende Merkmale für das, was nun im ehemaligen Spargelhaus in Dumte gelungen ist: junge Menschen aus Steinfurt sind zusammengekommen, um sich mit ihrer Lebenssituation auseinanderzusetzen. Sie wollen Ideen, Wünsche und Vorstellungen formulieren: wie soll unser Leben in Steinfurt aussehen, was würden wir uns wünschen und was müsste passieren, um diese Wünsche Realität werden zu lassen? Eingeladen hat ein motiviertes Team um Bürgermeisterkandidat Christian Franke.

Schnell wird klar: Jugendliche in unserer Stadt sind bodenständig. Sie hängen nicht irgendwelchen Tagträumen nach. Sie wollen aber darum wissen, dass ihre Schulwege sicher gestaltet sind, dass sie nicht ständig Angsträumen ausgesetzt sind, weil Radwege nicht ausgeleuchtet sind. Sie wollen ihre vor Ort shoppen gehen – vermissen aber zunehmend entsprechende Möglichkeiten. „Ich fragen mich aber auch, wo wir als Jugendliche überhaupt akzeptiert und gewollt sind“, bringt Luna das Gefühl vieler Teilnehmender auf den Punkt. Auch Lukas ist Steinfurter aus voller Überzeugung. Seinem Lieblingssport kann er vor Ort nicht nachgehen: „Es gibt keine Chance, hier Basketball zu spielen“, bedauert er. Mathilda hat gleichzeitig Sorgen, dass der Reit- und Fahrverein keine Zukunft hat: „Da wird tolle Jugendarbeit gemacht, das Gelände soll aber schon bald nicht mehr zur Verfügung stehen“, berichtet sie.

Und es gibt eben auch das Erleben von Ablehnung, Ressentiments und Rassismus. In der Schule wie in der Freizeit. Auch darüber berichten Teilnehmende des Jugendworkshops. Sie fühlen sich an den Rand gedrängt und ausgegrenzt. Als Menschen zweiter Klasse. „Es macht mich unendlich traurig, mitansehen zu müssen, dass Mitschüler systematisch gebasht werden“, berichtet eine 12jährige. Es gibt eben doch eine Menge zu tun – für und mit jungen Menschen in unserer Stadt.

Im großen Plenum und in Kleingruppen werden Themen aufgegriffen und weiter erörtert. Kim König, Corinna Niehus, Hedda Müller und Christian Franke sorgen dafür, dass keine Anregung und kein Anliegen verloren geht. Man vernetzt sich, trifft Vereinbarungen zum weiteren Vorgehen. Und verabredet, dass es schon bald ein Treffen mit weiteren Teens geben soll. „Aufbruch und Stärke – das können wir in eurem Sinne am besten gemeinsam organisieren“, kündigt Christian Franke an, im Netzwerk mit jungen Menschen weiterarbeiten zu wollen.

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